Sein Leben auf der Zunge tragen ?!

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Man stelle sich mal vor, man würde sein Leben auf der Zunge tragen im übersetzten Sinne, also all sein Gefühle und dergleichen öffentlich jedem zeigen. Die Vorstellung alleine reicht eigentlich schon um sich auszumalen was dabei alles schief gehen kann und was andere daraus einem für Stricke drehen können. Es gibt auch viele schwarze Schafe da draussen.

Wenn man das ganze aber mal genau betrachtet dann kommt doch eigentlich keiner diese Zurschaustellung von sich selber herum wenn es darum geht eine Partner zu finden oder sich mehr auf einen Menschen einzulassen. Der Spagat zwischen zu vielen Informationen über sich preis geben oder zu wenig, das ist es was man schaffen muss immer wieder aufs neue.

Genau das ist der Punkt wo ich bisher einfach nicht richtig weiter komme und teilweise mehr Fragen bei meinem Gegenüber verursache als ich eigentlich Beantworten will.

Das Eigentliche Problem ist aber das ich bedingt durch meine Andersartigkeit in puncto Depression die Welt um mich herum ganz anders wahrnehme und meistens mich dadurch auch anders verhalte, bzw. für andere entweder komisch oder nicht nachvollziehbar.

Die Frage die ich mir also nun in diesem Zusammenhang stelle immer wieder aufs neue, wenn ich neuen Menschen begegne oder mit Ihnen ins Gespräch komme, ob und wie viel Informationen ich grade preisgeben sollte und was besser nicht.

Oder was ich fragen sollte und was besser nicht.

Als ein Kommunikationsproblem könnte man es also so gesehen beschreiben. Die hohe Kunst der Kommunikation im realen Leben, im direkten Kontakt zwischen mir und anderen muss ich also noch weiter ausbauen und weiterhin lernen. Paradoxer weise habe ich das Problem mit der Kommunikation in der virtuellen Welt aber nicht, wie mein Blog wohl am besten zeigt.

Meine Frage an dich als Leser ist also nun, wie siehst du das?

Auch wenn dieser Artikel eventuell ein wenig komplexerer Natur ist als meine üblichen Artikel, so interessiert es doch sehr was meine Leser über dieses Thema denken. Also nachfolgend nun die Bitte an jeden Leser, ruhig in längerer Form einen Kommentar dazu abzugeben.

2 Kommentare

Micha 08/03/2009

Wenn ich ehrlich bin teile ich Menschen in 2 Gruppen.
Diejenigen, denen ich mich öffnen möchte und Diejenigen, die mich nerven/mir nützen/zu denen ich einfach höflich bin. Das bedeutet, dass ich bei der ersten Gruppe gewollt soviel wie möglich von mir selber zeige, also sehr direkt und ehrlich bin. Ich mach das erst seit einiger Zeit (da ich vorher nicht das Selbstvertrauen dazu hatte..) und habe bisher absolut positives Feedback über meine Ehrlichkeit bekommen.

Die zweite Gruppe tut mir grad zwar etwas leid, aber das sind Kontakte die einem persönlich nicht viel bedeuten, mit denen man sich aber gut versteht oder es sind Personen, bei denen man weiß, dass die Einstellung und der Charakter zu unterschiedlich ist, als dass sie Verständnis zeigen könnte. Bei diesen Leuten setze ich gezielt eine Maske auf, so kann ich den einen oder anderen Vorteil aus einem eher nervigen Kontakt ziehen.
moralisch nicht in Ordnung, besonders wenn man bedenkt, dass alles zu einem zurück kommt, andere Menschen sich also dir gegenüber genauso benehmen.

Ein weiterer Grund, wieso ich immer mehr Menschen der 2. Klasse mein echtes Ich zeige, wenn ich im Notfall auf den Kontakt verzichten kann (denn kommt sie mit meinem echten Ich klar, bestätigt es, dass wir uns gut verstehen werden in Zukunft und sie mich wichtig findet. Anderseits ist es dann ja kein großer Verlust..)

Eigenartig, oder?

nastorseriessix 09/03/2009

So eigenartig ist das gar nicht, von meinem Standpunkt aus gesehen. Das eigentliche ICH zeige ich so gesehen jedem deiner Zwei Gruppe, mache da kaum einen Unterschied. Hm, das könnte ein richtige kleine Diskussion über das „Sein“ werden. 😉

PS: Hab mal ein paar Absätze in deinen Kommentar gemacht, liest sich so nämlich besser.