Jeder Mensch will gebraucht werden.

Heute ist mein sozusagen großer Tag, mein erster Kontakt mit Pro Werk Bethel.

Dort soll mir die Möglichkeit eröffnet werden, eine Art von Beschäftigung oder auch eine Arbeit zu finden für mich, mit der ich auch klar komme. Doch vor allem dem steht erst mal das Kennenlernen, wie man das mir damals vor gut einem halben Jahr erklärt hatte, denn die Wartezeiten auf einen freien Platz innerhalb des Projektes sind sehr lang.

Der Grund warum ich dort nach Pro Werk Bethel gehe und nicht einfach auf dem lokalen normalen Arbeitsmarkt schaue ist ganz einfach, der normale Arbeitsmarkt existiert für mich einfach schlicht weg nicht. Die Gründe dafür sind alle rein Psychologischer Natur und jeder der jetzt meint, das es gar nicht so schlimm sein kann, der soll sich seinen Kommentar gleich sparen. Denn wenn es nicht wirklich so schwer wäre, dann würde ich die Leistungen von Pro Werk Bethel gar nicht in Anspruch nehmen können.

Denn Pro Werk Bethel ist für besondere Menschen, wie ich es gern zu sagen pflege, mit besonderen Hintergründen. Ich spreche extra nicht von Behinderungen oder von Behinderten, weil in meinen Augen bin weder ich behindert noch sind es die Mensch, welche dort arbeiten.

Benachteiligung passt eventuell schon eher, obwohl ich mich nicht zwingend als benachteiligt fühle innerhalb der Gesellschaft. Lediglich ist es so, das ich mit den üblichen Formen und Ansprüchen der Gesellschaft nicht klarkomme, worunter auch alle Regeln und Abläufe des normalen Arbeitsmarktes dann fallen. Das Gefühl gebraucht zu werden, das ist es was mich antreibt in dieser Welt, das habe ich mittlerweile für mich selber verstanden.

Denn jeder Mensch auf der Welt will gebraucht werden, weil es einfach ein gutes Gefühl ist, wenn man sieht was man mit seiner Arbeit erreicht hat.

Auch wenn gleich wohl die erbrachte Arbeit immer schlechter bezahlt wird in Deutschland bei der derzeitigen Krise, was aber ein anderes Thema ist.

13 Kommentare

SuMu 17/06/2009 Antworten

Wenn die dort beschäftigten Menschen auch gut für ihre Arbeit bezahlt würden, fände ich das sicher eine gute Idee, aber leider grenzt das für mich eher an Ausbeutung.

nastorseriessix 17/06/2009 Antworten

In Bethel werden alle dort arbeitenden Menschen, gut für ihre geleistete Arbeit bezahlt, soviel und wie mir bekannt ist. 🙂

SuMu 18/06/2009 Antworten

dann bin ich ja mal gespannt, ob sie dir was interessantes Anbieten können. Meist sind das ja eher sehr einfache Arbeiten, die nicht jedermanns Sache sind.

Peter 18/06/2009 Antworten

Nun ja den vorherrschende Bild von einfache arbeiten stimmt nicht mehr so pauschal. Sicherlich müssen solche Einrichtungen auch einfache arbeiten anbieten da nicht jeder Teilnehmer auch in der Lage wäre anspruchsvoller Tätigkeiten zu erledigen. Aber es gibt durchaus auch schon Arbeiten mit ein gewissen Anspruch.

Zu die Entlohnung.

Sicherlich werden für manche Tätigkeiten nicht besonders hohe Löhne gezahlt. Nur muss beachtet werden das solche Tätigkeiten auf den freien market sicherlich auch nur gering entlohnt werden.

Ich kenne 2 solche Einrichtungen und da ist die Entlohnung mit Beträge zwischen 7 und 14 Euro pro Stunden durchaus noch im Rahmen

nastorseriessix 18/06/2009 Antworten

Wenn mal als Entlohnung so mit 7.00€ bis 14.00€ als Stundenlohn rechnen kann, dann ist das doch vollkommen in Ordnung finde ich.

So ein Stundenlohn ist doch eigentlich akzeptabel. 😉

SuMu 18/06/2009 Antworten

so ein Stundenlohn ist sicherlich akzeptabel.

Vielleicht bieten die ja auch eine Förderung/Schulung an, um auf dem ersten Arbeitsmarkt etwas für dich zu finde bzw. dich fit zu machen.

Arbeitsamt oder Rentenversicherungsträger können dir da nicht weiterhelfen?

nastorseriessix 18/06/2009 Antworten

Förderungen und Schulungen bieten die auch an. Soweit bin ich aber noch lange nicht, bis dahin ist es noch ein langer Weg. 😉

Das ganze wurde durch das Arbeitsamt in die Wege geleitet. Was den Rentenversicherungsträger angeht, da habe ich keine Ahnung, interessiert mich aber auch ehrlich gesagt nicht. Bin da gut aufgehoben, erst mal. 😀

Crazy Girl 19/06/2009 Antworten

Dann drück ich Dir auf jeden Fall ganz fest die Daumen, dass Du dort Deinen „Traumjob“ findest, mit dem Du rundherum glücklich bist.

Dass unsere Arbeit uns Spaß macht, finde ich persönlich das wichtigste überhaupt. Das beste Geld der Welt nützt nichts, wenn einem alles ankäst was man den ganzen Tag über so treibt. Natürlich ist es auch nix, wenn es einen Hungerlohnt für Traumarbeit gibt.

nastorseriessix 19/06/2009 Antworten

Joa das wird schon werden. :mrgreen:

Dr. Satori 24/06/2009 Antworten

Berichte weiter darüber – ist interessant!

nastorseriessix 25/06/2009 Antworten

@Dr. Satori: Lange nicht mehr gesehen hier im Blog. 😐

Interessiert dich sowas wirklich so sehr ? Was genau interessiert dich denn daran, der Artikel ansich oder was genau ? 😯

Dr. Satori 25/06/2009 Antworten

@Nastorseriessix:
Mich interessieren immer Randthemen, Randgruppen, etc… – Mainstream langweilt mich. Mit der ‚Gesellschaft‘ bin ich selbst nie klar gekommen, stets Außenseiter gewesen – der eine zerbricht daran, der andere schlägt daraus Kapital, andere schweigen.

Ehrlich gesagt, möchte ich überhaupt nicht sonderlich in die ‚Gesellschaft‘ integriert sein/werden – ich komme ganz gut ohne sie aus.

Wenn es dann Möglichkeiten gibt, auch am Rande der Gesellschaft akzeptabel leben zu können, so finde ich das gut und wünschenswert. Die Realität sieht nur meist völlig anders aus…

Gruß, Dr. Satori.

nastorseriessix 25/06/2009 Antworten

Hm, du hast also in etwa die gleiche Einstellung wie ich. 😉

Es wird wohl mehr geben, dieser Art von Berichten dazu. Freut mich auch das es jemanden gibt der in etwa so lebt wie ich und damit recht zufrieden ist. 🙂

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