Xbox-Live Spielerfahrungen

Du kannst das Spiel nicht gewinnen, du kannst es nur spielen!

Viel Zeit verbrachte ich in dieser virtuellen Welt, vielleicht war es teilweise und Zeitweise zu viel des Guten, das zu beurteilen bin ich nicht ganz im Stand, noch nicht.

Eine Lehreiche Zeit war es auf jeden Fall für mich, denn es kristallisierten sich Freundschaften heraus, die eigentlich nur Bekanntschaften waren und im Kern eigentlich noch nicht mal das. Es war eine tolle und bunte fiktive Welt in der fast alles Möglich war für diejenigen die nur genügend Zeit investierten.

Ein bisschen hechelte ich den super guten Spielern hinterher, eine Zeitlang zumindest, bis ich begriff das ich mit zunehmenden Alter immer langsam wurde.

Somit war der Traum von einer virtuellen Karriere als Profispieler erst mal ausgeträumt, obwohl ich nie wirklich ernsthaft daran geglaubt hatte sondern nur immer andere habe vorbeiziehen sehen. Auch gab es viele Spieler und Mitspieler in meiner Zeit in Halo2 denen ich viel vermitteln konnte, vieles beibringen konnte nur um dann zu beobachten wie Sie sich zurückhielten beim spielen gegen mich.

Sie alle waren so viel besser als ich und ich wurde immer langsamer, wohl aber konnte ich immer noch ein bisschen mithalten, durch die Erfahrung machte ich Zeitweise manchen Nachteil wieder wett.

Es gab viele Tage, Abende und noch mehr Nächte in denen ich zusammen mit einer kleinen, fast schon Elitären Gruppe an Mitspielern, einfach nur in der Lobby vom Spiel hockte und nur am quatschen war. Themen gab es genug, auch welche die nicht primär um das Spiel oder das Spielen allgemein gingen.

Zeitweise ging man in Benutzerdefinierte Spiele mit der kleinen Gruppe und probierte neue und alte Tricks aus, versuchte neue Variationen zu finden von alt bekanntem. Eine gute Portion Spass war immer mit von der Partie und unzählige Momente waren dabei an dem die ganze Lobby nur grölte und ausser lautem Lachen nichts zu hören war.

Der Spass stand immer im Vordergrund in Halo2, in dieser kleinen Gruppe und für mich stand der Spass am spielen immer an erster Stelle. Eine geile Zeit war es, auch wenn gleich man sich nie real gesehen hat, so war es doch eine schöne Zeit, wenn auch etwas Oberflächlich, wie ich im Nachhinein bemerke.

Es gibt Spieler und es gibt MLG Spieler!

So ungefähr vor den ersten Anzeichen, das es ein Halo3 geben würde in Zukunft, entwickelte sich die MLG Szene in Halo2 auf der Xbox1 und trat für mich in Erscheinung.

So recht konnte ich mit dem Namen MLG nichts anfangen, auch nicht mit der Deutschen Übersetzung. Was als Zeittrend begann entwickelte sich recht schnell innerhalb von Xbox-Live und wohl auch im übrigen Onlinespielen zu einem wahren Massenphänomen.

Nun gab es diejenigen die sich mehr oder minder offiziell als „Spass Spieler“ bezeichneten und die, welche von sich behaupteten „Professionelle Spieler“ zu sein.

Der Trend kam aus den USA, dort verdienten bereits ein paar dieser „Professionellen Spieler“ auch gerne „Pro Gamer“ genannt, richtig und reales Geld mit dem spielen.

Somit wurde aus dem Spielen aus Spass ein weiterer Wettbewerb in dem es nur noch um Geld ging und bis heute geht. Das integrierte Rangsystem in Halo2 war zwar kein wirklich funktionierendes System, aber wohl der erste Schritt zu dem was mich in Halo3 erwartete. Aus Spass am Spielen wurde für mich dann quasi mit der Zeit ein Wettbewerb darum, wer der Beste und Schnellste Schütze war im ganzen Spiel.

Es ging nur noch um das effiziente virtuelle töten von Gegner, so schnell und so effizient wie möglich, auch im Team. Das war und das ist alles was MLG bis heute ausmacht für mich. Es ist für mich weit entfernt davon ein wahrer Wettbewerb zu sein, eben weil es nur noch kommerziell ist und wohl auch bleiben wird.

Mal abgesehen davon, das ich MLG nicht mag, so veränderte dieses MLG Spielen doch sehr mein Erlebnis zu und um Halo2 grundlegend. Zu Anfang war es so, das wenn man durch das LAG im Spiel einen Treffer nicht bekam, es zwar scheisse war, aber es war nur ein Spiel. Nun nach dem entstehen von MLG, da war es dann auf eine mal der Scheiss Amerikaner, die Französische Schwuchtel oder dergleichen.

Die Beschimpfungen gingen dabei zu erst von den Amerikanischen Mitspielern aus, so nahm ich das auf jeden Fall war, denn man wurde als Deutscher zum Teil heftigste als Nazi und Rechtes Schwein beschimpft von den Amerikaner, was sich kaum gebessert hat. So entstand eine nicht mehr ganz so tolle Spielatmosphäre in der Spielevermittlung in Halo2! Zwar versuchte Bungie und Microsoft als Verantwortlich dagegen vorzugehen, jedoch kam dabei immer nur wenig raus, aus der Sicht von Deutschen Spielern und auch aus meiner Sicht war das eher alles nur haltloses Gerede.

Zeitweise kam es mir so vor, als ob ich im dreckigsten Loch Menschlicher Umgangsformen hocken würde. Die Beschimpfungen der Amerikaner waren extrem, ätzend, nervend, machten einem das Spielen echt kaputt und nahmen mir Zeitweise die Lust am spielen. Maßnahmen dagegen gab es kaum welche, es schien eher so das es immer mehr und schlimmere Fälle werden würde auf Xbox-Live.

Manchmal habe ich mir echt Gedacht, pack dir mal so eine Amerikaner in der Realität und lass den mal so richtig durch. Das war keine schön Zeit für mich, allerdings brachte es mich auch zum Nachdenken über Xbox-Live, mein Spielen, wie ich spiele, warum ich eigentlich spiele und dergleichen.

Es gab mitunter Zeiten wo ich nichts anderes ausser Halo2 gespielt habe und zum Schluss meiner Zeit auf Xbox-Live habe ich nur noch Halo3 gespielt und ein wenig Halo3 ODST im Ansatz!

Ein paar andere Spiele habe ich mit der Zeit auch ausprobiert, jedoch war nichts für mich dabei was mich so fesseln (im wahrsten Sinne) konnte wie die Spiele aus dem Halo Universum. Insgesamt waren es wohl so ein Dutzend Spiele aus anderen Genre die ich probiert habe zu spielen, manche gekauft und manche nur ausgeliehen, jedoch war nichts für Dauer dabei.

In Teil 3 gibt es dann noch eine weitere Ausführung zur Spielerfahrung.

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  1. Xbox-Live es war schön mit dir
  2. Xbox-Live Spielerfahrungen
  3. Das Halo Universum war mein Leben
  4. Von Amerikanern für Amerikaner gebaut
  5. Geschichten entstehen im Kopf

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