Das Problem mit den stillen RSS-Feed Leser.

Die Möglichkeit einen Blog per RSS-Feed zu abonnieren ist schon eine tolle Erfindung, jedoch verleitet es auch dazu nur noch still mit-zu-lesen im jeweiligen Blog.

Mag ja schön für das eigene Ego und die FeedReader-Statistiken sein, wenn der Blog viele RSS-Feed – Abonnenten hat. Jedoch kommen diese stillen RSS-Feed Mitleser nicht in den Statistiken für die Seitenaufrufe oder allgemein in den Besucher-Statistiken vor.

Denn es sind eben nur stille Leser, die teilweise nur noch über den eigenen Feed-Reader die Artikel mitlesen und kaum bis gar nicht kommentieren.

Kommentare sind aber quasi eine Art von Bezahlung, für den Blog-Autor selber und in gewisser Weise somit auch für den jeweiligen Blog nach aussen hin.

Somit betreten diese stillen Mitleser auch nur sehr selten den eigentlich Blog und gehen einem sozusagen in den Statistiken verloren. Man kann diese Leser-Gruppe auch nicht in puncto Werbung auf dem Blog mit einrechnen.

Sofern man nicht im RSS-Feed Werbung einbindet, fällt diese Leser-Gruppe somit völlig aus dem Thema Werbung und dessen Einsatz im Blog heraus.

Selbstbeobachtung des eigenen Nutzerverhalten.

Für mich persönlich ist der RSS-Feed eines Blog nur Mittel zum Zweck, wodurch ich in der Lage bin mehrere Blogs zu abonnieren und ohne diese jeweilig im Browser zu öffnen auch lesen zu können. Wenn mich ein Beitrag interessiert, dann kann ich diesen im Hintergrund durch meinen verwendeten Feed-Reader schon mal aufrufen und laden lassen um dort dann nachher zu kommentieren im entsprechenden Artikel.

Dabei habe ich selber festgestellt, das ich nur die Überschrift plus die ersten Zwei bis Drei Zeilen des Textes lese und basierend darauf entscheide ob der Text beziehungsweise dessen Inhalt für mich interessant ist. Darüber hinaus entscheidet diese quasi Kurz-Ansicht auch darüber ob ich kommentieren werde oder nicht.

Alles nur eine Frage der Einstellung.

Die Möglichkeit einen Voll-RSS-Feed in einen Vorschau-RSS-Feed zu verwandeln und umgekehrt, besteht jeder Zeit. Der Unterschied zwischen beiden Varianten ist lediglich der, das man entweder den ganzen Text oder nur einen gekürzte Text-Fassung zu sehen bekommt, mit einem Verweis-Link zum weiterlesen im Feed-Reader.

Ganz am Anfang wo ich selber die ersten paar Artikel in meinem Blog geschrieben hatte, gab es diese auch nur im Feed-Reader als gekürzte Vorschau-Fassung zu lesen. Um den ganzen Artikel lesen zu können, musste der Leser also direkt auf meinen Blog kommen. So gesehen eigentlich eine gute Lösung aus eigenen Interessen und denen des Leser.

Ansichten können sich manchmal ändern.

Irgendwie hat sich dann was verändert in puncto Betrachtungsweise und Ansprüchen bezüglich RSS-Feed und dessen Darstellung innerhalb der Feed-Reader. Es hiess auf ein mal nur noch, das man doch bitte sehr auf einen Voll-RSS-Feed umstellen sollte als Blog-Autor, das wäre besser für den abonnierenden Leser.

Zudem wurde es so dargestellt, das wenn man weiterhin den gekürzten RSS-Feed beibehalten würde im Blog, man auch noch einige Leser dadurch verlieren würde.

Also schalteten Alle Blogs die ich damals las auf die Ausgabe eines Voll-RSS-Feed um ohne scheinbar darüber nachzudenken. Auch ich habe das damals einfach nur umgeschaltet ohne mir Gedanken darüber zu machen, was sich daraus für langfristige Folgen ergeben für mich als Blog-Autor und auch für den oder die Leser.

Folgen und die Verfolgten.

Besagte Folgen sind nun, das man mehr Masse anstatt Klasse geschaffen hat dadurch und zwar in jeder Hinsicht. Vor der Umstellung auf den Voll-RSS-Feed konnte man zwar 100 Blogs abonnieren, aber um die interessanten Artikel lesen zu können welche meistens länger waren als die 3 oder 4 Zeilen in der Text-Vorschau, musste man sich zwangsläufig auf den jeweiligen Blog begeben.

Nun kann man die doppelte Anzahl oder sogar das Vierfache an Blogs abonnieren, weil man ja eben den ganzen Text in voller Ausführung sozusagen gratis nach Hause geliefert bekommt. Zu jeder Tageszeit sowie Uhrzeit kann man per Feed-Reader einfach alle seine abonnieren Blogs abfragen lassen nach neuen Inhalten, ohne diese wirklich real besuchen zu müssen.

Gratis Kultur im Internet.

Diese Entwicklung beschreibt einen Teil der „Ich will das gratis haben“ Epidemie die sich im Internet immer weiter ausbreitet in den letzten Jahren.

Man beachte dabei das ich kein Journalist bin oder irgendeinem Verlags-Haus angehöre, die Angst haben um ihre Quoten oder ihre überzogenen Preisvorstellungen. Ich bin nach wie vor ein einfacher Blog-Autor sowie Blog-Betreiber dem diese ganze „Gratis-Kultur“ im Internet langsam aber sicher zu weit geht!

Dadurch das man damals einfach mal grade eben von Vorschau-RSS-Feed auf den bekannten Voll-RSS-Feed umgestellt hat, wurde diese Gratis-Kultur im Internet noch weiter vorangetrieben. Denn somit hat sich quasi Jeder Blog selber seinen stillen FeedReader herangezogen und darauf diszipliniert den vorhandenen Voll-RSS-Feed konsequent gegenüber dem vorherigen Vorschau-RSS-Feed zu verteidigen.

Zurück zu den RSS-Feed Wurzeln.

Mit dem Beginn des Jahres 2010 werde ich auf den Vorschau-RSS-Feed umstellen, sowie es ursprünglich zum Anfang meines Blog auch der Fall war. Wen Du als mein Leser den Sinn hinter dieser Maßnahme nicht verstehst trotz des lesen der obigen Textes und deswegen meinen Blog nicht mehr abonnieren willst, dann tue das eben.

In diesem Sinne, Dein Kommentar ist wichtig.

2 Gedanken zu „Das Problem mit den stillen RSS-Feed Leser.“

  1. Erst mal ist es deine Sache, ob du den Feed verkürzt oder nicht, ich persönlich finde es nicht gut. Und ich vermute, damit erreichst du eher das Gegenteil. Ich will dich aber auch nicht von deinem Experiment abhalten.

  2. @Oliver: Danke für deine ehrlich Meinung dazu, wobei es schon schade ist das bisher lediglich 1 Kommentar dazu abgegeben wurde. 😐

    Das zeigt mir persönlich wieder, wie wenig Lust zum kommentieren in meinen Lesern steckt, selbst bei solch provokant gewählten Überschriften.

    Ein Experiment ist das für mich nicht, eher das zurückkehren zu den eigenen Wurzeln in puncto Blog. 8)

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