Ghostwriter – Suchen, Kopieren, Neuschreiben!

Als Ghostwriter kann man ganz unterschiedliche Tätigkeitsfelder haben, vom Schreiben einer Autobiographie bis hin zum normalen Schreiben von Artikel für einen fremden Blog. Genau das habe ich gemacht, Artikel geschrieben für einen fremden Blog, genau dafür wurde ich bezahlt.

Wirklich frei in der Auswahl der Artikel für diesen Blog war ich jedoch nicht, denn es handelte sich um so genannte Traffic-Artikel. Im Detail waren das Artikel zu aktuellen Themen, pro Tag und Woche, fast die gleiche Arbeit wie die Nachrichtensender es täglich machen nur halt in rein schriftlicher Form und ohne Bilder.

– Suchen von Besucherstarken Themen!

Nur Text zählte dabei, weil dieser für Suchmaschinen eben wertvoller ist als Bilder. Um gute Ideen für gute und zudem tagesaktuelle Artikel zu finden, bekam ich dann ein paar Quellen genannt in denen ich mich nach Tagesaktuellen Themen umschauen sollte.

Wahre Besuchermagneten dabei waren die üblichen Mainstream Themengebiete, wie zum Beispiel Big Brother oder DSDS oder Unglücke und dergleichen, eben Themen die etwas Brisantes an sich haben. Solche Artikel zu eben solchen Themen suchte ich mir also jeden Tag wieder auf’s neue heraus, aus den mir nun bekannten Quellen und dann ging es an die Arbeit.

– Kopieren und Neuschreiben des Originaltext.

Die Vorgehensweise pro Artikel war jeden Tag aufs neue immer die gleiche. Nachdem ich die Tagesaktuellen und Besucherstarken Themen gefunden hatte, kopierte ich lediglich den Text des jeweiligen Artikel erst ein mal in meine Schreibmaske.

Dann setzte ich den kopierten original Text 3 bis 4 Absätze nach unten und fing dann an den Text des Artikel mit meinen eigenen Worten noch mal neu zu schreiben. Kopieren des Inhaltes mit eigenen Worten, mehr war das nie. Ich konnte das gute, das suchen und kopieren sowie anschliessende neu schreiben von Texten ging mir gut von der Hand.

Probleme bekam ich persönlich immer zu dann, wenn der kopierte Text nur 100 oder 200 Wörter hatte im Originalzustand, ich aber mindestens 300 Wörter pro Artikeltext schreiben musste, das war die Vorgabe meines Klienten. Aus 100 Wörtern dann 300 Wörter zu machen, das war am Anfang noch sehr schwer für mich. Nach den ersten 3 bis 4 Artikeln hatte ich dieses Problem jedoch nur noch selten, allerdings ergab sich dann ein neues Problem für mich.

– Anfang vom Ende…

Schreibblockade im Kopf, das ist praktisch das schlimmste was einem passieren kann wenn man als Ghostwriter arbeitet für einen Klienten. Das tägliche finden neuer aufregender Themen war kein Problem für mich, das ging fast schon automatisch. Jedoch das umschreiben der Originaltexte, das wurde immer öfter für mich zu einem Problem.

Erst waren es nur ein paar vereinzelte Aussetzer die ich beim Schreiben selbst, sowie beim Korrekturlesen der Texte im Nachhinein bemerkte. Dann wurde es schlimmer, teilweise ergaben komplette Sätze keinerlei Sinn mehr oder es fehlten gar ganze Wörter.

Diese Verschlimmerung trat jedoch erst in der Zweiten Woche ein und wurde so schlimm am Ende, das ich gar kein Wort oder Satz mehr auf die Reihe bekam. Buchstaben wurden vor meinen Augen zu unbekannten Zeichen und wo bisher Sätze waren, sah ich nur noch Zeichengewirr. Totale Blockade im Kopf, nichts ging mehr.

Somit war das Zeichen jetzt Aufzuhören mit dem was ich tat, für Mich gekommen.

Mir war bewusst das dieser Zustand nicht einfach so wieder verschwinden würde, wenn ich eine Pause machen würde von ein paar Tagen oder Wochen. Irgendwie konnte ich fühlen, dass das was ich tat nicht gut für mich war und nun hatte ich die quasi Quittung dafür bekommen und sah auch das es mir überhaupt nicht gut tat.

– Gesundheit ist wichtiger als alles Andere!

Also zog ich die fiktive Reisleine und beendete meine Tätigkeit als Ghostwriter, in dem Wissen das diese Entscheidung meinem Klienten wohl wahrscheinlich gar nicht gefallen würde. Dieser Punkt bei meiner Entscheidung war mir jedoch in dem Moment damals total egal, denn es ging um meine Gesundheit. Im einzelnen möchte ich das hier allerdings nicht weiter ausführen im Detail was meine Gesundheit angeht.

Knapp 2 Wochen dauerte meine Tätigkeit als Ghostwriter und die Nachwirkungen dieser Tätigkeit spüre ich noch immer, mitunter sehr stark. Das Schreiben war zu Mentaler Arbeit geworden, für mich teilweise zu Schwerstarbeit vom Mentalen her, das war und ist gegen meine Natur.

Ich Schreibe aus Freude und Spass am Schreiben oder ich Schreibe gar nicht.

Wer jetzt meint mir sagen zu müssen das ich mich nicht so anstellen solle, oder das es Arbeiten gibt die weitaus anstrengender sind als das bisschen Schreiben, der sollte sich seinen Kommentar hierzu besser sparen.

4 Kommentare

UmeA 26/04/2010 Antworten

Hmm, ich denke, du hast dich da viel zu schnell und zu sehr reingestürzt. Das funktioniert halt nicht von einem Tag auf den anderen: So, ab jetzt jeden Tag 3 Texte. Das funktioniert vll ne Weile lang und wenns dann mal nen Problem gibt, Schreibblockade oder so, und du dennoch verpflichtet bist zum Schreiben, das kann nicht gut gehn… :/

Ich hab ja auch viel mit schreiben zu tun, aber eben nicht so viel, wie du jetzt wahrscheinlich. D.h. ich kann mir meine Zeit frei einteilen und krieg höchstens ne Vorgabe.. ASAP oder eben bis zu nem Datum. Und das funktioniert auch gut. Und wenn ich dann mal nicht gut drauf bin, die Sachen nicht so gelingen wollen, dann lass ichs für diesen Tag und schreib am nächsten Tag weiter. Hab quasi Pause und überleg mir, wie ich weiterschreiben könnte. So macht das auch Spaß =)

Aber jetzt jeden Tag gleich mehrere Texte schreiben… das erfordert Erfahrung und viel Übung, sowie Ruhe zwischendurch. 🙂

Lexx Noel 26/04/2010 Antworten

@UmeA: ASAP…was? 😯

Mit diesem Satz:

Ich Schreibe aus Freude und Spass am Schreiben oder ich Schreibe gar nicht.

lässt es sich am besten beschreiben, warum meine Arbeit als Ghostwriter oder auch generell als quasi Beruflicher Schreiber nicht funktioniert.

Chriz 27/04/2010 Antworten

Ich denke auch, dass es auf Dauer schwer ist so etwas durchzuhalten, ohne darauf Lust zu haben. Vor allem gleich 3 Texte pro Tag.

Lexx Noel 27/04/2010 Antworten

Pro Tag schrieb ich nur 2 Artikel, das 2 bis 3 wurde eher weniger von mir auf bis zu 3 Artikel pro Tag ausgeschöpft. Diese 2 Artikel pro Tag waren schon Anstrengung genug für mich. Zudem konnte ich danach auch so gut wie nichts mehr für meinen eignen Blog schreiben, Kopf war einfach nur leer und erschöpft. 😐

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