Scheidungskind, es trifft dich hart und unvorbereitet als Kind.

Scheidungskind zu sein ist nicht leicht, so heißt es immer zu und so habe ich es auch in der Verwandtschaft schon erlebt. Doch das mir das selbst passiert, daran hatte ich bis dato keinen Gedanken verschwendet, weil es diesen Gedanken im Bezug auf meine Eltern einfach nicht gab bis dato.

Doch dann passierte es, wobei ich diese Information eher indirekt mitbekam als direkt, für‘s erste zumindest. Später dann ganz offiziell von beiden Elternteilen, wurde ich über das anstehende Übel fachgerecht informiert und damit war es dann soweit, meine Welt brach zusammen. 

Noch bevor das alles mit der Scheidung meiner Eltern begann, gab es für mich schon die persönlichen Psychischen Abgründe in Form der Depressionen und Angstzuständen und Panikattacken und dergleichen, wovor ich bis dato nicht ganz gefeit bin. Bisher bin ich einigermassen stabil was die Panikattacken und Angstzustände angeht, was aber nicht auf die Depressionen zutrifft.

Die Sache mit der Scheidung erwischte mich in einem Moment, wo ich zum einen in einer Depression hing und zum anderen ein paar andere private Probleme mit meinem weiteren Leben und zusammenleben mit meiner Partnerin hatte. Die quasi Nachricht von der bevorstehenden Scheidung meiner Eltern brachte die paar Bruchstücke, woraus meine Lebenswelt bestand, dann vollkommen zum Einsturz für mich.

Dann verlor ich auch noch meine Wohnung, durch einen Fehler einer Beurteilung einer Amtlichen Ärztin, welche wohl der Meinung war das ich nicht wirklich Krank bin sondern das alles nur spielen würde oder dergleichen, ich weiß nicht was sich diese Ärztin dabei gedacht hat als Sie ihre Beurteilung damals schrieb, aber diese Ärztin hat wohl überhaupt nicht nachgedacht.

Letztendlich stand ich vor der Entscheidung, entweder meine Eltern durch das Sozialamt finanziell belasten und somit ruinieren zu müssen, damit ich meine Wohnung behalten kann oder eben zurück zu meinem Vater ins Haus zu ziehen und somit den Finanziellen Schaden für meine Eltern auszuschliessen.

Ich entschied mich für letzteres und zog aus meiner Wohnung aus, wobei ich dann beim Auszug selbst als ich in der Wohnung die letzten Abschlussarbeiten alleine erledigte, einen Nervenzusammenbruch bekam. Erst einen Weinkrampf, dann eine Panikattacke nach der anderen und zum krönenden Abschluss des ganzen verlor ich das Bewusstsein und wachte erst eine gute Stunde später wieder, auf dem Fußboden liegend, wieder auf mit Schmerzen im Kopf aber ohne Verletzungen.

Von diesem Moment an wusste ich das mein Leben sich radikal verändern würde und zwar zum schlechten hin. Aber ich nahm die Herausforderung an, weil ich der Meinung war das ich durch das Überleben jeder einzelnen Depression und die Kraft meiner Partnerin es schon schaffen würde.

Falsch gedacht, falsch vermutet, alles FALSCH!

Nichts habe ich seit damals mehr wirklich geschafft, die Depressionen werden häufiger und teilweise auch schlimmer für jeweils ein paar Tage und dann ist wieder Pause für Tage oder Wochen oder gar Monate und es geht wieder von vorne los.

Ich wohne nun wieder im Haus bei meinem Vater und Mutter wohnt in einer eigenen Wohnung, der Kontakt zwischen beiden ist praktisch nicht mehr Vorhanden und Anzeichen eines sprichwörtlichen Rosenkrieg liegen in der Luft. Wobei es letztendlich wohl über Anwälte laufen wird, die Finanziellen Sachen und der ganze Rest, und genau dabei und daran gehe zugrunde.

Mich macht das echt fertig, das alles zu ertragen.

Mit anzusehen wie sich zwei Menschen die sich einst liebten nun gegenseitig so fertig machen, und das ist nur der Anfang. Dazu kommt dann noch das mein persönlicher Kontakt mit Mutter so gut wie nicht mehr existent ist, nur noch darauf beschränkt auf zufällige Begegnungen und mehr nicht. Das Schmerzt mich so sehr, das tut mir so weh in meiner Seele, es brennt so unglaublich.

Noch stehe und gehe ich aufrecht, doch innerlich bin ich schon längst zerbrochen und dabei mich selbst wieder zusammen zusetzten, irgendwie schaffe ich das wieder. Wie vorher auch schon die vielen Male, als die Depressionen kamen und mir die Farbe nahmen aus meinem Leben. Als die Panikattacken und Angstzustände kamen und mein Leben nicht mehr Lebenswert machten und mich zu ZWEI Selbstmordversuchen trieben, welche scheiterten und wonach ich mich auch wieder selbst zusammen setzte, wie auch jetzt.

Alles das hat Spuren hinterlassen und tiefe Narben.

Nun ist es so das ich bei Vater wohne, in dem Haus wo eins meine Welt war, mein Lebensmittelpunkt, mein Ort wo ich Kraft schöpfte für mein Leben, um Leben zu können.

Doch jetzt ist das Haus kein Ort mehr für mich wo ich zu Hause bin, sondern ein Ort wo sich alles immer zu verändert in einem Maße, das es kein Ort mehr für mich ist an dem ich Kraft schöpfen kann für mein Leben um auch leben zu können. Eine neue Lebenspartnerin meines Vater zieht nun in das Haus mit ein, mit welcher ich mich soweit gut verstehe, damit Vater das Haus halten und behalten kann vom Finanziellen her, weil Mutter Geld haben will von Vater wegen der Scheidung die noch ansteht im Gerichtlichen und Anwaltlichen Sinne.

Heimat ist nun nur noch der Ort für mich, der Park, die Straßen um das Haus herum, aber nicht mehr das Haus selbst. Denn das Haus selbst ist nun mehr ein Kraftakt für mich geworden, eine Psychische Belastung welcher ich mich jeden Tag neu stellen muss! Zwar wohne ich hier nun mit Vater und bald dessen neuer Lebenspartnerin zusammen, wieder in meinem alten Zimmer, und kann meinen paar Tätigkeiten nachgehen welche mir geblieben sind nach all den Psychischen und Physischen Zusammenbrüchen, aber ich habe keine Ruhe mehr hier in diesem Haus.

Die Füße unter den Tisch des Vaters.

Die Reibereien zwischen mir und Vater werden mehr, langsam aber sicher wird es mehr. Die Momente wo irgendein blöder Spruch von Vater kommt, so nachdem Motto Hilf doch mal mit weil du ja auch was von dem Zusammenzug hast. NEIN, ich habe NICHTS davon, nicht mal im ANSATZ, weil ich NICHT EIGENTLICH HIER SEIN WILL IN DIESEM HAUS.

Ich habe nichts davon das die neuen Lebenspartnerin hier mit einzieht, eher macht es mich mehr noch kaputt, weil dadurch mehr und mehr der Rest dessen für mich zerstört wird was dieses Haus ein mal für mich war, Heimat und Geborgenheit. Nach diesem ganzen Prozedere mit dem Auszug von Mutter, wobei ich half weil Vater zum dem Zeitpunkt im Urlaub war und wie ich nachher erfuhr nicht alleine sondern mit seiner neuen Lebenspartnerin, ist dieses Haus voll beladen mit negativen Emotionen und Zuständen und Erinnerungen, eben eine Last für mich welche mich langsam aber beständig immer mehr zerdrückt.

Diese Respektlosigkeit mit der ich hier behandelt werde ist zudem so ein Punkt der mir extrem zusetzt, eben weil es der eigene Vater ist und es ihm egal zu sein scheint wie es mir dabei geht. JA ich weiß natürlich das dass alles auch für Ihn eine große Belastung ist und auch schwierig ist mit dieser neuen Situation klar zu kommen.

Aber wenn Vater doch weiß, das ich als sein Sohn nicht so kann wie ich gerne will weil ich eben so fertig bin vom Psychischen her, dann sollte selbst Ihm klar sein das diese unterschwelligen Druck ausübenden Sprüche der komplett verkehrte Weg sind und eher noch zu mehr Problemen führen.

Ich Hausherr, Du Sohn!

Entscheidungen welche Vater und seine neue Lebenspartnerin treffen werden ohne mich zu fragen getroffen, auch wenn diese Entscheidungen mich direkt betreffen. Dabei geht es nach dem Grundsatz, das wenn ich hier im Haus mit wohne, es mir auch dementsprechend passt wenn was entschieden wird und es mir darüber hinaus auch gefällt, ohne das ich gefragt wurde.

Das ist Respektlosigkeit mir gegenüber und weit aus schlimmer noch daran ist, das ich diese Unart teilweise schon unbeabsichtigt mit übernommen habe im Bezug auf meine Partnerin was mich extrem stört, weil ich deswegen ab und an mit ihr Stress bekomme.

Dieses von Oben herab behandeln, wie Eltern das scheinbar völlig selbstverständlich so tun, das ist mein Problem als Erwachsener Mann gegenüber seinem Vater und der Situation. Obwohl so ziemlich jeder in der Familie, wenn auch nur teilweise, weiß was mit mir ist und wie es mir so geht oder ergeht, werde ich immer zu behandelt wie das kleine Kinde das nichts zu melden hat.

Das ist beschämend für meinen Vater und den Rest meiner Verwandtschaft finde ich. Und natürlich hätte ich hier Namen nennen können und die entsprechenden Personen damit in gewisser Weise diffamieren können, aber im Gegensatz zu diesen Menschen habe ich so etwas wie einen Grundsatz von Respekt dem ich jeden Menschen entgegen bringen ganz gleich ob ich diesen nun mag oder nicht.

Irgendwann ist mal Schluss.

Mir geht es nicht darum das ich und nur ich so ein arges Leben habe und es mir doch so schlecht geht im Gegensatz zu allen anderen. Weil so lebe ich nicht und das obwohl es mir Psychisch so extrem schlecht geht und es Phasen von Monaten gibt wo jeder Tag zu einer Qual wird, versuche ich dennoch das beste daraus zu machen von dem was mir bleibt auch wenn das nicht viel ist.

Respekt und Rücksichtnahme sowie IN-RUHE-LASSEN, darum geht es mir im Bezug auf Mich und meine Umwelt. Weil anders funktioniert ein Zusammenleben nicht, das wissen sogar die Fachärzte eigentlich, wobei es wie gesagt diese eine Ärztin wohl nicht wusste und dementsprechend auch falsch geurteilt hat.

Die Depressionen und deren Psychische Nebeneffekte sind mitunter so derbe, das mein Leben zum Großteil davon bestimmt wird und ganz gleich was ich tue und mache ich davon kaum eine Besserung erfahre. Darum ist es wichtig für Mich und meine Umwelt, das selbige weiß worum es geht und sich dementsprechend auch verhält.

Und wer mir mit der Begründung kommen will, das solch ein Anspruch nicht immer leicht zu erfüllen ist, dem kann ich nur sagen das es anders rum 100 mal so schwer ist nicht jedem dieser Menschen gleich an die Gurgel zu gehen. Weil diese mit ihren Naiven und Besserwisserischen Sprüchen und Bekundungen einem echt noch den letzten Nerv rauben!

Und jetzt?

Das WARUM ich dass alles hier nun geschrieben habe und ausgerechnet hier publiziert habe und nicht in meine privates kleines Tagebuch geschrieben habe oder mit einem Therapeuten besprochen habe ist einfach zu erklären.

Weil ich keinen Therapeuten mehr habe, weil der vorletzte sowie letzte Therapeut mir mitgeteilt hat das Er/Sie mir nicht mehr helfen können. Im Klartext gibt es keine Möglichkeit für diese Therapeuten mir zu helfen, so das ich wieder so NORMAL werde wie es für die Mehrheit der Menschen der Fall ist.

Ein privates Tagebuch im üblichen sowie klassischen Sinne so aus Papier hatte ich nie und wollte sowie will ich auch nie.

Ich habe das hier veröffentlicht und publiziert, weil das RAUS MUSSTE und damit es JEDER lesen kann. Damit meine ich JEDEN, egal ob Fremde, Freunde, Bekannte oder gar Verwandte welche sich dadurch angesprochen fühlen. Je länger ich solche Belastungen in form von Gedanken mit mir herumschleppe um so schlimmer wird es und um so mehr Emotionaler Druck baut sich in mir auf, den ich im Gegensatz zu Anderen, nicht an Anderen Menschen auslassen will.

Somit bleibt mir nur das Schreiben, weil andere NORMALE Menschen sind meistens nicht in der Lage diese Erfahrungen und Wissen entsprechend zu teilen mit mir oder gar zu verstehen sowie zu verarbeiten. Das zeigt die Vergangenheit sehr deutlich, die vielen vergangenen Jahre welche ich schon Lebe mit diesem ganzen Psychischen Kram.

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