Beerdigung von Opa und ein paar Gedanken zum Tod.

Gestorben ist Opa am 01.07.2013 und ich habe das zudem nicht mal mitbekommen, haben ihn nicht mal mehr gesehen bevor er von der Welt der Lebenden ging. Allerdings war der Kontakt zu Opa auch nicht mehr so stark wie damals noch in meiner Jugendzeit wo ich mehrmals im Jahr bei Opa war, zum Essen oder nur mal so zum Besuch. Überhaupt war der Kontakt weniger geworden seit Oma gestorben war und damit auch ein Teil der Beziehung zu Opa und Oma irgendwie, wie das bisher schon oft so war. Nun verbleibt mir noch 1 Opa und ansonsten nur noch Tanten und Onkels, zu denen der Kontakt aber auch nur sehr bescheiden ist, so 1-2 mal im Jahr oder zu irgendwelchen Feiern und das war es dann auch schon.

Beerdigungen sind immer zu die Orte an denen sich dann meisten all jene wiedertreffen die sich sonst nicht sehen, so auch dieses mal. Verwandschaft von der Seite meiner Mutter, zu denen ich seit der Trennung meiner Eltern kaum noch Kontakt habe. Cousin und Cousinen mal wieder gesehen und erneut festgestellt, das ich keinen der Beiden wirklich kenne. Überhaupt kenne ich kaum noch jemanden von diesen Menschen wirklich, bis auf den Punkt das dass Verwandschaft ist. 

Getrauert habe ich nicht, auch nicht in der Trauerfeier in der Kapelle auch nur 1 Wort der Lieder mitgesungen. Singen und Tod passt für mich nicht zusammen, zumindest nicht so wie das dort gemacht wurde. Denn entweder es wird freudig gesungen und der Tod gefeiert, als Übergang in eine andere Welt oder eben nicht. Diese rum jammern und dabei versuchen zu singen ist absolut nichts für mich, überhaupt kann ich mit Beerdigungen absolut nichts anfangen. Ich kann eh nicht weinen und wirke meistens eher abwesend auf die Anderen, was teilweise auch gut so ist.

Tod ist für mich als Realist gleich Licht aus, da kommt nichts mehr. Wobei ich den Gedanken eines „Himmels“ oder „Hölle“ sowie einem Leben nachdem Tode durchaus nachvollziehen kann, weil der Mensch so etwas hat an dem er sich glaubt festhalten zu können. Beerdigungen nehme ich stillschweigend hin, bin dort zumindest körperlich anwesend für alle Anderen um zumindest den Anschein zu waren, das in den Momenten der größten Not alle Angehörigen der einstigen Familie doch wieder zusammenstehen. JA es ist traurig das Opa tot ist und ja ich werde ihn vermissen, aber das wusste ich vorher auch schon.

Rational mit dem Sterben sich beschäftigen, das kann auch manchmal ein Segen sein.

Trauern werde ich nicht, habe ich auch bei allen anderen verstorbenen Angehörigen nicht gemacht, weil das schlicht NICHT meinem Wesen entspricht. Mancher hat das schon als verschroben oder komisch oder merkwürdig bezeichnet, aber mir ist das egal. Sollen die Menschen sich so verabschieden wie Sie es wollen oder für richtig halten, aber mich damit in Ruhe lassen. Denn ich habe diesen Menschen allen schon etwas voraus, da ich um das Sterben und den Tod bescheid weiß. Bedingt durch meine Depressionen und die 2 gescheiterten Selbstmordversuche, weiß ich manches und beschäftige mich zudem manchmal auch noch wieder mit dem Tod und Sterben des Menschen.

Allerdings sind Beerdigung auch ein guter Moment für mich um nachzudenken, zu resümieren über mein Leben und mein bevorstehendes Ende in wahrscheinlich 50-60 Jahren. Nachzudenken über den Grund warum ich noch lebe und mich beständig am leben halte, mein Versprechen weiter zu leben, zumindest so lange wie meine Eltern noch leben. Mir ein paar Gedanken darüber machen, warum ich einst aufgegeben habe und nun mehr oder weniger noch am leben bin. Wie schwer und hart mein Leben vom Psychischen her ist und wie sehr mich manchmal die Depression quält, so das ich mir sehnlichst den Tod wünsche.

Mitleid oder Beileid will ich nicht, von niemanden, nicht mal zu einer Beerdigung.

Wenn meine Zeit irgendwann dann gekommen ist, werde ich diese Welt so verlassen wie ich selbige einst betreten habe, mit nichts außer mir selbst. Keine wirkliche Angst vor dem Tod hatte ich schon lange vor meinen 2 Selbstmordversuchen und bei jeder Operation unter Voll/Teil-Narkose schwingt ein bisschen Hoffnung mit, dabei oder dadurch zu sterben. Todessehnsucht habe ich nicht mehr, hatte ich mal sehr viel Jahre lang, doch mittlerweile ist das eher zu einer Melancholie verkommen die mich manchmal streift und dann eine Zeit lang festhält.

Ich erwarte gar nicht mal das DU dass geschrieben hier alles verstehst, oder das du dazu irgendwas mehr oder minder sinnvolles als Kommentar hinterlässt. Für mich ist nur wichtig, das ich das hier aufgeschrieben habe, in erster Linie für mich und danach für Jeden der das lesen will. Und nun werde ich meine Sportsachen packen und wieder meine 1Stunde30Minuten im Fitness-Studio verbringen, um den Kopf wieder frei zu bekommen und um die Depression in Zaum zu halten.

3 Kommentare

Herr B. 29/07/2013 Antworten

Ich kann deine Gedanken dazu absolut nachvollziehen. Ich habe vor knapp einem Jahr meinen Opa mit beerdigen müssen und es war die Hölle für mich. Ich wollte nicht mit hin, weil ich den Großteil der Familie nicht sehen wollte und auch nicht den freudigen Leichenschmaus. Jeder sollte mit seiner Trauer und den Gedanken frei umgehen können, aber leider sieht die Gesellschaft das ja meistens anders.

Stefan 01/08/2013 Antworten

Leider sieht die Gesellschaft sehr vieles sehr viel anders, wobei das meistens gar nicht so wahrgenommen wird, was dann zugleich noch ein weiteres „Problem“ darstellt. Aber das ist dann schon wieder ein anderes Thema…

Ein paar Beiträge von dir habe mich sogleich dann inspiriert, so das ich demnächst wieder zu ein paar neuen Themen kommen werde. Danke dafür. 🙂

Herr B. 01/08/2013

Die Gesellschaft hat viele Klischees, egal in welche Richtung. Und wir werden immer irgendwie anecken. Schön, dass ich dir ne Inspiration war und danke, dass du reingeschaut hast. 🙂 Ich werd auf jeden Fall auch öfter bei dir schauen.

Heut in 14 Tagen ist mein Großvater ein Jahr verstorben, ich denke, dann wird es auch noch einen passenden Artikel schreiben.

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