Einfach hinsetzten und Schreiben oder wie die Leidenschaft eine Pause macht.

Hinsetzen und drauf los schreiben, so war das einst für mich beim Bloggen. Egal zu welcher Zeit am Tag oder in der Nacht, wenn mir etwas im Kopf herum ging dann hatte ich fix mein Smartphone oder Tablet zur Hand und schrieb meine Gedanken sodann als neuen Eintrag für meinen Blog nieder. Leidenschaftlich gerne habe ich geschrieben und auch aus der Not heraus, weil das Schreiben an sich meinen Kopf befreit.

Seit ungefähr Mitte 2014 ist diese Leidenschaft für das Schreiben scheinbar in einer Art von Pause, denn ich blogge kaum noch etwas und wenn dann doch, fällt mir selbiges eher sehr schwer. An machen Tagen fühlt sich das für mich so an, als ob meine Leidenschaft für das Bloggen verschwunden ist, nicht wie eine Pause die ein paar Wochen oder Monate anhält.

Einfach hinsetzten und Schreiben.

Einfach hinsetzten bringt mir gar nichts mehr im Bezug auf das Bloggen, eben weil ich nicht mehr stationär am Schreibtisch bloggen kann. Denn so bald ich dort dransitze, verschwinden scheinbar die Worte aus meinen Gedanken, ähnlich einer Schreibblockade. Da mein Mac mini nund mal das Schreibgerät meiner Wahl bisher war, wurde das Probleme somit nicht besser sondern eher schlimmer. Eben bis zu jenem Punkt wo ich selten noch was geschrieben habe um meinen Blog damit zu füttern.

Gedanken und Ideen habe ich reichlich, nur an der Umsetzung eben dem Hinsetzten und Schreiben am Mac ist das bisher meist gescheitert. Also blieb mir nichts anderes übrig, als das Umfeld zu verändern das mich bisher vom Bloggen abgehalten hat, mein Schreibtisch. Da ich ein Tablet in form eines iPad mini besitze, war der logische Schritt für mich zukünftig das Bloggen an selbigen zu probieren. Genaus beim probieren blieb das Ganze auch zunächst stehen, seit etwa Mitte 2014 bis eben zu diesem Beitrag!

Auf der Suche nach dem Grund für die Auszeit der Leidenschaft.

Irgendwann in 2014 hat sich was verändert für mich und dem Bloggen im allgemeinen, nur habe ich das aktiv gar nicht so direkt mitbekommen sondern lediglich bemerkt das meine Leidenschaft für das Bloggen kontinuierlich weniger wurde bis schliesschlich mir die Lust am Schreiben fast ganz abhanden kam.

Ich habe seither nach einer Begründung dafür gesucht, zum Einen wieso ich das nicht bemerkt habe und zum Anderen was der Auslöser dafür war. Auf die Frage nach dem warum ich das nicht bemerkt habe fand ich schnell eine Antwort, nämlich die der Depression, wodurch ich einiges in meinem Leben nicht so direkt bemerke.

Nur die Antwort auf die Frage nach dem Auslöser für diese schleichende Veränderung zu finden, das stellte sich als ein komplexes Problem heraus. Mit diesem Beitrag schreibe ich mein Ergebnis dazu nun nieder um zukünftig sowas wie einen Anhaltspunkt dafür zu haben wenn ich etwas ähnliches wieder bemerke.

Leiden|schafft Leidenschaft.

Depression ist mein Leiden was mich wiederum zum Schreiben führte, was im Zusammenhang mit einem Blog dann als Bloggen bezeichnet werden kann. Bloggen wurde zu meiner Form von Ausdruck und Partizipation im Bezug auf Kommunikation mit meiner Umwelt. Wenn mir ein Gedanke im Kopf zu sehr umherging und mich somit in meinem weiteren Wirken blockierte, dann schrieb ich darüber in meinem Blog und fortan belastete mich dieser Gedanke nicht weiter.

Bloggen bedeutete für mich aber auch Kontinuität, in Form von an den Schreibtisch setzten und dann dort an meinem jeweiligen Beitrag für den Blog zu schreiben. Somit war das Bloggen für mich immer zu mit dem Gang und Verbleib für die Dauer dessen am Schreibtisch verknüpft, wenn gleich auch diese Verknüpfung eher unbewusst stattfand. Daraus entstand letztendlich das Problem, was mich zu diesem Beitrag führte, dem reflektieren darüber wieso meine Leidenschaft für das Bloggen langsam sowie stetig weniger wurde bis letztendlich selbige kaum noch vorhanden war.

Dazu kam dann irgendwann auch noch eine Art von Druck, das ich doch noch Dieses oder Jenes bloggen sollte um meine „vermeintlich potenziellen“ Leser bei der Stange zu halten und damit verbunden die Besucherzahlen stetig hoch zu halten. All das war dass Ergebnis einer Reihe von fatalen unbewussten Verknüpfungen im Zusammenhang mit dem Bloggen für mich, was über Jahre sich in meinen Arbeitsprozess eingeschlichen hatte. Zwar hatte ich vorher schon mal gelegentlich diese Problematik vage wahrgenommen, selbige aber als Hirngespinst wieder verbannt aus meinem Denken.

Bloggen sollte keine Arbeit für mich sein.

Arbeitsprozess als Begriff ist bei der Suche nach der Ursache für den Schwund meiner Leidenschaft der Punkt auf den Alles in dem Zusammenhang hinausläuft. Bloggen war unbewusst über Jahre hinweg zur Arbeit für mich verkommen, vor allem weil ich irgendwann entdeckte hatte das sich damit nebenher etwas Geld durch Werbung verdienen lässt. Linktausch ist darin nicht enthalten für mich, denn eine Blogroll wäre das dann auch, was selbige aber nicht ist.

Arbeiten im klassischen Sinne, also morgens früh Aufstehen und dann einen 6 bis 9 Stunden Tag schaffen gehen, war und ist Bloggen für mich zwar nie gewesen aber bestimmte Gemeinsamkeiten waren dennoch dabei für mich zu erkennen. Eben jener Druck der aus unbedingten Willen zum Erfolg resultiert, oder auch die bekannte Unlust etwas bestimmtes zutun was der Monotonie gleich kommt weil selbiges beständig in immer gleichen Prozessen wiederholt wird.

Belohnungen durch die Arbeit in Form von Kommentaren und Besucherzahlen, in welcher Priorität ist dabei egal, was auf dem Bedürfnis nach Anerkennung basiert. Vor allem dieser Punkt blieb zunehmend aus bei meinem Blog, was wiederum 3 Faktoren geschuldet ist die mir erst rückblickend klar wurden.

1. Twitter zu erst und dann explizit Facebook haben die Nutzer dazu erzogen, das ein „Like“ oder „Daumen hoch/runter“ sehr viel bequemer ist als einen vollwertigen Kommentar zu schreiben der zudem auch noch grammatisch verständlich ist.

2. Anspruchsvolle Themen, wie eben jenes bezüglich Depression, sind nicht in der Form interessant für die Mehrheit der Nutzer/Besucher wie klassische Themen für den Mainstream.

3. Erwartungshaltung falsch definiert!

Somit war der persönliche Kollaps vorprogrammiert und in Folge dessen schwand meine Leidenschaft für das Bloggen langsam aber stetig immer weiter, bis zu diesem Beitrag am heutigen Tag. Als direkte Wiederentdeckung meiner Leidenschaft für das Schreiben beziehungsweisen Bloggen bezeichne ich diesen Beitrag extra nicht, denn bisher ist das Ganze nicht viel mehr als ein Gefühl von Aufbruchsstimmung.

Taten sagen bekanntlich mehr als Tausend Worte und deswegen sehe ich diesen Beitrag auch mehr als einen ersten Schritt in eine neue Richtung, was das Bloggen in Zukunft für mich angeht. Erwartungen habe ich keine, sondern besinne mich nachfolgend auf mein Lebensmotto.

 

Der Weg ist das Ziel.

3 Gedanken zu „Einfach hinsetzten und Schreiben oder wie die Leidenschaft eine Pause macht.“

  1. Ah ich bin etwas irritiert, dass du jetzt doch hier weiter schreibst, dachte du nutzt nur noch Zeichenweber 😉
    Ich habe auch Phasen, in denen ich nichts bis sehr wenig schreibe – muss ich mit leben.

    1. Also da hast du vielleicht etwas falsch verstanden, denn diesbezüglich steht da:

      „…welche Yatter ablöst und teilweise dem BLOG etwas Inhalt abnehmen wird.“

      😉

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