Ich weiss was gut für dich ist, also rede keinen Stuss und halt den Mund.

Generationenkonflikt, ein tolles Wort mit so vielen Bedeutungen und für das nachfolgende Beispiel die am besten passendste Bezeichnung. Denn wahrscheinlich kennen viele Menschen diese Situation zur Genüge, jedoch darüber reden oder gar diskutieren so das sich als Ergebnis daraus was ändert könnte dazu kommt es leider kaum. Dazu nun nachfolgende eine Szene aus dem Leben, die sich so ähnlich zugetragen hat. 

Sonntags gegen spät Nachmittag, die Zeit wo Kuchen gegessen sowie Tee oder Kaffe getrunken wird bei manchen Menschen. Sozusagen die kleine Stärkung für Zwischendurch um bis zum Abendbrot noch durchzuhalten, meistens ordentlich reichhaltige Süßspeisen mit so vielen Kalorien das darüber nachdenken wie das zur eigenen Figur passt meist keine gute Idee ist.

Anwesend am Tisch in der Stube/Wohnzimmer ist die Generation 60+ bestehend aus 3 Personen und 1 halb so alte Person, der Nachwuchs von 1 der anwesenden Personen. Tee und Erdbeertorte sind auf dem Tisch. Fast alle samt kennen sich schon lange, sind quasi miteinander aufgewachsen also Freunde oder Verwandt. 2 Generationen die etwa 30 Jahre an Lebenszeit von einander trennen und damit auch viel Zeit in der sich vieles gewandelt sowie verändert hat.

Erlebnisse und Geschichten, unter anderem vom Urlaub mit Bildern und Videos, werden nun von den Personen der Generation 60+ untereinander ausgetauscht während jene 30 jährige Person zwar mit am Tisch sitzt jedoch das ganze Spektakel nur am Rande mit sozusagen einem Ohr am Puls des Geschehen das Ganze mitverfolgt. Tee und Kuchen werden dabei mit Freude und Genuss von allen Beteiligten verzehrt. Vor allem wird immer zu laut gesprochen, mitunter auch extra lauter damit entweder der Fernseher mit jenem Urlaubsprogramm oder sich gegenseitig übertönt wird. Das dauert dann schon mal etwas, bis jene 30 jährige Person wieder sprachlich dazwischen kommt um ein paar Informationen bezüglich anstehender aktuellen Ereignissen zu erhalten.

Gelegentlich wird dabei der jüngeren Generation immer mal wieder von der älteren Generation gesagt, das jene Erfahrungen/Erlebnisse/Ereignisse gar nicht so stattgefunden oder stimmen würden und nur die Aussage der älteren Generation richtig ist. Obgleich die ältere Generation gar nicht vor Ort mit dabei war oder an jenen Erfahrungen/Erlebnissen/Ereignissen mit teil genommen hat, dennoch immer wieder im Kern somit behauptet das die jüngere Generation lügen würde. Widerspruch der jüngeren Generation dagegen wird mit lauter oder aggressiver Stimmlage quittiert, sowie bei weiterer Zuwiderhandlung mit starsinniger Körpersprache unterstrichen.

Obwohl der jüngeren Generation somit permanent unrecht getan wird und im Kern der Lüge bezichtigt wird, erfolgt darauf kaum eine Gegenreaktion da selbige meistens als Provokation gewertet wird und daraus dann letztendlich häufig Streitereien mit unschönem Ende resultieren. Teufelskreis nennt sich das! Denn die ältere Generation fühlt sich in ihrem Verhalten bestärkt, aufgrund der kaum vorhanden Gegenwehr der jüngeren Generation. Denn die jüngere Generation hat bisher nur Frustration bezüglich dieses Verhalten festgestellt, woraus sich dann Stress und letztendlich Rückzug als Vermeidung ergibt.

Dieses zurückstecken oder auch in sich rein fressen ist allerdings nicht nachhaltig und schon gar keine Lösung, wodurch der Ausbruch von der jüngeren Generation auf die Uneinsichtigkeit der älteren Generation nur eine Frage der Zeit darstellt. Teufelskreis, weil sich das immer zu wiederholt!

Wer jetzt glaubt eine verständliche Kommunikation zu sehen, der irrt sich gewaltig. Denn anstatt von einer Person zur anderen direkt zu sprechen um damit verständlich den anderen Anwesenden zu signalisieren, das eben keine Gruppenkonversation stattfindet wird immer wieder die Richtung gewechselt damit auch überhaupt niemand weiß wer angesprochen wird. Mit nur 4 Personen mag das für manch Einen noch gar kein Problem sein, aber was klein anfängt wird im großen Stil gerne fortgesetzt und auch dann zu einem großen Durcheinander an Stimmengewirr das von Lautstärke und Intensität der anfängliche Variante in nichts nachsteht.

In mitten dieser chaotischen Art von Gerede kommt dann das Thema bezüglich Allergien sowie dessen Herkunft auf. Dabei ist dann unter anderem die Rede von einer neu aufgekommenen Allergie gegen Erdbeeren, wodurch jener Ausschlag auf der Haut bei einer der Person von der älteren Generation wohl herstammt. Augenblicklich wird dann ausschweifend darüber palavert, was denn aktuell dafür verantwortlich sein könnte das dieser Ausschlag nun wieder erscheint. Nach ein paar Minuten des Semi-Fachsimpeln der älteren Generation untereinander, mit allerlei interessanten Ideen, wird das offensichtliche dann noch ersichtlich nämlich das Essen von Stücken der Erdbeertorte. Erkenntnis erfolgt, Problem gelöst? NEIN! Noch mal palavern über offen ersichtliche Gegebenheiten sowie dem Für und Wieder und so weiter sofort, irrsinnig da nicht mehr änderbar.

Dennoch palavert die ältere Generation in vollen Zügen immer weiter über diese Thematik, die sich nicht mehr verändern lässt. Fragen werden gestellt, nach Möglichkeiten die nicht mehr vorhanden sind weil vergangen. Antworten werden gegeben zu Lösungen die nichts mehr bringen weil die Fragen dafür nie gestellt wurden und von daher sinn frei sind. Selbst das auskotzen des Kuchen würde nichts bringen, aber diese Überlegung ist kurioser Weise nicht Bestandteil des aufgeregten Gerede.

Nach ein paar Minuten des palavern der älteren Generation über diese Thematik und dem Umstand, das diese Allergie „ja noch neu“ wäre für die Person und deswegen nicht so präsent wäre im Kopf, bringt sich nun die jüngere Generation mit einer kurzen nachfolgenden Anekdote bezüglich des Irrsinn der Unterhaltung in die Runde ein.

Hm, also wenn mir doch klar/bekannt ist das ich eine Allergie gegen Erdbeeren habe dann esse ich NATÜRLICH in vollen Zügen immer zu selbige da ich dann davon diesen tollen Ausschlag auf der Haut bekomme.

Um die Ironie darin besser zu verdeutlichen folgt noch eine Andenkote bezüglich der eigenen Allergie gegen Pollen.

Da ich ja selbst eine Pollen-Allergie habe und weiß das ich davon OHNE die Einnahme von Tabletten gegen die Symptome dann geschwollene/rote Augen und eine Schnodder Nase bekomme, nehme ich NATÜRLICH keine Tabletten in der Blütezeit und gehe immer zu über die nächst beste Wiese mit Blumen und atme tief ein. Weil ich dann so tolle rote Augen bekomme und mir der Schnodder in Strömen aus der Nase rinnt.

Kaum ausgesprochen folgt darauf ein Sturm von harten Worten der älteren Generation gegenüber der jüngeren Generation. Was für ein Schwachsinn das doch sei, wie ************** (Platzhalter für ein Wort deiner Wahl) man doch wäre und dergleichen deren Ausprägungen ich an dieser Stelle weg lasse.

Wieder das Aufkommen der alten aber bekannten Verhaltensweise, keine Spur von Einsicht. Konsequenz daraus ist nun das ICH den Ort verlasse, da mein Austausch an Worten mit der älteren Generation immer mehr an Aggressivität gewinnt und mir das Psychisch absolut nicht gut bekommt. Somit ist der Rest vom Tag fast hinüber, denn ich bin so innerlich aufgewühlt das ich hoffe auf dem Heimweg keinem Menschen zu begegnen der mich komisch Anmacht.

Schlusswort.

Wieder zu Hause angekommen hatte ich dann nur einen Gedanken, das erlebte aufschreiben und somit rausbekommen aus meinem Kopf. Denn dafür ist das Schreiben auch mein Ventil, aufschreiben um fortan nicht weiter damit sich damit zu belasten. Funktioniert für mich seit Jahren sehr gut. Trotz all der Frustration die ich immer wieder in solchen Situation erlebe wovon reichlich vorhanden sind und aufkommen, die dann in Stress und letztendlich in meinen Rückzug umschlagen bewahre ich dennoch die Identität jener Personen.

Ja, ich schreibe zwar über Innenfamiliärer Probleme die wahrscheinlich jeder kennt, aber ich will nie jemanden damit bloßstellen oder verspotten oder dergleichen sondern lediglich meine Sicht der Dinge darstellen. Etwas von einem Monolog hat das Ganze zwar schon, aber wenn mir eine Umwandlung der bestehenden Verhältnisse in einem Dialog verwehrt wird dann bleibt nur noch diese Art der Verständigung. Traurig, mitunter auch frustrierend aber weit weniger Frustration erzeugend als jedes weitere erleben solcher Situationen.

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